Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 01. Juli 2010 um 06:48 Uhr Geschrieben von: Manfred Bomm Donnerstag, den 10. Juni 2010 um 22:06 Uhr
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| Leseprobe - Himmelsfelsen (2004) |
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Ein Sommermorgen, wie es nur wenige gibt. Tau glitzerte wie Perlen an den Gräsern, in der klaren Luft das Konzert der Vögel. Noch stand die Sonne jenseits des Horizonts, doch der Himmel war bereits hell. Der einsame Jogger, der auf dem Waldweg dahintrabte, genoss die Frische des heraufziehenden Tages. Seit einer dreiviertel Stunde war er bereits unterwegs. Es gehörte schon einige Überwindung dazu, noch bei Dunkelheit aufzustehen und sich auf den Weg zu machen. Doch inzwischen hielt er es bereits seit zwei Jahren durch: Immer den schmalen Trampelpfad am Rande der Schwäbischen Alb auf die Hochfläche hinauf, dort drei Kilometer auf der Ebene am Steilhang entlang, danach hinab ins Tal und dort wieder heimwärts.Ein Rundkurs von knapp acht Kilometern. Seine Freunde, denen er von diesem selbst auferlegten Trainingsprogramm erzählte, reagierten entweder mit Anerkennung oder mit Unverständnis. Ein Diskotheken-Besitzer, der morgens durch den Wald rennt! Eine geradezu absurde Vorstellung. Doch er wusste, dass der Job nicht nur an den Nerven, sondern auch an der Gesundheit zehrte. Für sportliche Betätigungen blieb dem 35-Jährigen sonst kaum Zeit. Sein Lokal war stets bis um vier Uhr morgens geöffnet, den helllichten Tag brauchte er, um auszuschlafen oder um sich ums Geschäft zu kümmern. Nur der Dienstagmorgen bot ihm Gelegenheit zum Durchatmen – denn montags war seine Diskothek geschlossen. Montags, das hatte sich ziemlich rasch gezeigt, nachdem er den Betrieb vor fünf Jahren eröffnet hatte, war der schwächste Tag. Deshalb bot sich nur der Dienstagmorgen für sein persönliches Fitness-Programm.